» zurück zu allen Einträgen

UZE vor Fusion mit Wil

Erschienen am: Fr, 05.02.2016 · Erschienen in: Tagblatt

NIEDERUZWIL. Der Kanton will den Zivilschutz reorganisieren und auf Regionen konzentrieren. Für die ZSO Uze hätte dies den Zusammenschluss mit dem Zivilschutz Region Wil zur Folge, wie Kommandant Peter Haag am Jahresrapport informierte.

URS BÄNZIGER

Rasch und unbürokratisch eilten die Männer der Zivilschutzorganisation (ZSO) Uze ihren Kameraden in der Region Wil zu Hilfe, als der heftige Regen am 14. Juni 2015 grosse Schäden und Verwüstungen verursachte. Es sieht ganz danach aus, dass diese Zusammenarbeit bald institutionalisiert werden wird, denn der Kanton St. Gallen will den Zivilschutz reorganisieren.

Am Jahresrapport der ZSO Uze vom Mittwochabend informierte Kommandant Peter Haag seine Kameraden über die geplanten Veränderungen. Der Kanton wolle beim Zivilschutz jährlich rund 2,2 Millionen Franken einsparen und beabsichtige deshalb, die Zivilschutzorganisationen auf Regionen zu konzentrieren und die ZSO-Anzahl von 20 auf 8 zu verkleinern. Zudem soll auch der Personalbestand reduziert werden, von 4600 auf circa 3600 Personen.

Unterschiedliches Niveau

Mit ein Grund für die geplante Reorganisation sei, dass die einzelnen Zivilschutzorganisationen im Leistungsniveau, in der Ausbildung und der Ausrüstung unterschiedlich und uneinheitlich seien, erklärte Haag. Der Bevölkerungsschutz befinde sich im Wandel und müsse für aktuelle und künftige Herausforderungen gewappnet sein. Für die Zivilschutzorganisation Uze, der die Gemeinden Uzwil, Oberuzwil und Oberbüren angeschlossen sind, hätte die Reorganisation zur Folge, dass sie sich mit dem Zivilschutz Region Wil zusammenschliesst. Ein definitiver Entscheid ist noch nicht gefallen. Dies werde der Kantonsrat voraussichtlich an seiner Junisession tun, sagte Haag. Der Kanton wolle einen Zivilschutz mit breiterem Einsatzspektrum, der rasch und effizient agiere.

Einsatzbereitschaft stimmt

Der Leistungsauftrag sei aber auch eine Frage des Willens, betonte der Kommandant. Diesen Willen hätten die Angehörigen der ZSO Uze auch im vergangenen Jahr wieder unter Beweis gestellt. Peter Haag erinnerte an das schwere Unwetter von Mitte Juni in der Region Wil. «Als nicht professionelle Organisation waren wir schnell im Einsatz und haben unsere Kameraden tatkräftig unterstützt.»

Schon im Juli 2014 befreiten Pioniere der ZSO Uze Altstätten von Schutt und Schlamm. «Einsätze nach Unwettern werden wir wohl in Zukunft vermehrt leisten müssen», sagte der Kommandant. Zunehmend gefragt ist der Zivilschutz aber auch in der Betreuung von Asylsuchenden, die sich im vergangenen Jahr auf total 145 Manntage belief. In diesen, aber auch in den anderen Einsätzen wie der jährlichen Neophytenbekämpfung oder der Anlagenwartung habe die ZSO Uze gute Arbeit geleistet, betonte der Kommandant.

Sirenen von Hand ausgelöst

Bisher wurden die jährlich durchgeführten Sirenentests von der Feuerwehr erledigt. Am Mittwoch war erstmals der Zivilschutz dafür zuständig. Der Test ging nicht ganz reibungslos über die Bühne. «Eigentlich hätten die Sirenen zentral, durch den Kanton ausgelöst werden müssen. Das hat aber nicht funktioniert. Wir mussten deshalb die Sirenen von Hand betätigen. Alle haben geheult», erzählte Haag.

 

Bild:  Zivilschutzangehörige bei einer verdienten Pause beim Einsatz in Altstätten (2014)

Bild 'Tagblatt: UZE vor Fusion mit Wil' in voller Grösse anzeigen Tagblatt: UZE vor Fusion mit Wil

» zurück zu allen Einträgen

Zivilschutzorganisation Uze | Alle Rechte vorbehalten | Impressum | Intranet | Realisierung: RightSight.ch