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Die ZSO UZE hilft bei der Betreuung von Asylsuchenden

Erschienen am: So, 14.09.2014 · Erschienen in: Toggenburger Zeitung

Zivilschutzanlage als Asylunterkunft

In der Zivilschutzanlage Weier in Alt St. Johann sollen während vier Monaten permanent 50 bis 80 Asylsuchende untergebracht werden. Dies kündigten der Kanton und die Gemeinde am Donnerstag an. Die Betreuung in der Unterkunft übernehmen vier Zivilschutzorganisationen.

ALT ST. JOHANN. Der Kanton St. Gallen eröffnet in rund zwei Wochen in der Zivilschutzanlage Weier in Alt St. Johann eine temporäre Unterkunft für 50 bis 80 Asylsuchende. Die Massnahme ist bis längstens 31. Januar 2015 befristet. Der Grund für die Eröffnung dieser Asylunterkunft im Toggenburg ist, dass die kantonalen Zentren völlig ausgelastet sind. Wie die Staatskanzlei mitteilt, wurden seit Juni dieses Jahres dem Kanton St. Gallen deutlich mehr Asylsuchende zugewiesen. Gleichzeitig verdoppelte sich die Zahl der anerkannten Flüchtlinge sowie jener der vorläufig aufgenommenen Personen.

Kanton wurde aktiv

Deshalb sollen im Obertoggenburg zusätzliche temporäre Unterbringungsplätze geschaffen werden. Aufgrund der vorliegenden Notlage werden die Asylsuchenden von Angehörigen des Zivilschutzes betreut werden. Die Initiative dazu ging vom Kanton aus. Wie Gemeindepräsident Rolf Züllig am Donnerstag sagte, hat der Kanton vor rund drei Wochen Kontakt mit der Gemeinde aufgenommen und dabei den dringenden Bedarf nach einer Unterkunft dargelegt. «Wir verfügen über mehrere Anlagen, die dafür in Frage kommen, jedoch war schnell klar, dass die Zivilschutzanlage Weier am besten geeignet ist als Unterkunft für die 50 bis 80 Personen.»

Betreuung und Unterbringung von Asylsuchenden ist nach dem kantonalen Sozialhilfegesetz grundsätzlich Aufgabe der Gemeinden. Zu deren Entlastung führt der Kanton jedoch seit Jahren Kollektivunterkünfte, in denen die Betroffenen auf die Rückkehr in ihr Herkunftsland oder auf ein möglichst selbständiges Leben in den jeweiligen Gemeinden vorbereitet werden. Im Anschluss daran werden die Asylbewerber nach einem Verteilschlüssel, den die Vereinigung St. Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten festgelegt hat, den politischen Gemeinden zugeteilt. Bei den Asylsuchenden, die in Alt St. Johann untergebracht werden, handelt es sich nach Auskunft der Behörden hauptsächlich um 20- bis 30jährige Einzelpersonen aus Eritrea, Syrien und Sri Lanka. Würden Familien mit Kindern einquartiert, erfolgt die Beschulung direkt in der Zivilschutzanlage Weier und nicht in der öffentlichen Schule, erklärt Rolf Züllig weiter. Er geht davon aus, dass die Asylsuchenden bis Ende Jahr hier bleiben werden, allerhöchstens aber bis zum Ende der vom Kanton gesetzten Frist. Bis dahin, so die Hoffnung der Behörden, hat sich die Lage in den kantonalen Zentren wieder normalisiert.

Ausgebildete Zivilschützer

Die Betreuung der Asylsuchenden übernehmen primär die vier Zivilschutzorganisationen Toggenburg, Neckertal, Unteres Toggenburg und Uze (Uzwil, Oberbüren und Oberuzwil). «Es ist für uns eine besondere Aufgabe», sagt Christian Heeb, Kommandant der Zivilschutzorganisation Toggenburg. Seit er die Verantwortung trage, hätten sie noch keinen vergleichbaren Einsatz geleistet. In Alt St. Johann werden Mitglieder der Fachgruppe Schutz- und Betreuungsdienst tätig sein. Diese seien entsprechend dafür geschult, betont Heeb. «Dabei steht während der Grundausbildung der Mensch im Mittelpunkt.» Egal, ob Betagte, Opfer von Naturkatastrophen oder Personen mit Migrationshintergrund. Als zentrale Aufgabe des Zivilschutzes in den kommenden Monaten nennt Christian Heeb die Betreuung «im engeren Sinn». «Die Asylbewerber reinigen beispielsweise die Unterkunft selber.» Bei Problemen oder Anliegen würden die eingesetzten Zivilschützer jedoch vor Ort sein und bei Bedarf behilflich sein, erläutert Christian Heeb. Eine andere Lösung haben die Verantwortlichen für die Verpflegung gefunden. Das Frühstück werden die Schutzdienstpflichtigen zubereiten, die übrigen Mahlzeiten hingegen liefern Gastronomiebetriebe aus der näheren Umgebung. Der Zivilschutz leistet einen Tagesdienst, in der Nacht und an Wochenenden dagegen betreut eine private Sicherheitsfirma die Frauen und Männer. Die Gemeinde ihrerseits muss keine Aufgaben und Kosten in Zusammenhang mit dem Betrieb übernehmen.

Weg über die Medien gewählt

Die Bevölkerung der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann hat die Neuigkeit aus den Medien erfahren. Allerdings hat man auch darüber nachgedacht, vorgängig eine Informationsveranstaltung durchzuführen. «Hier gingen die Meinungen ziemlich auseinander», so Gemeindepräsident Rolf Züllig, «doch wenn Bedarf vorhanden ist, stehen wir für persönliche Gespräche bereit oder realisieren doch noch einen Informationsanlass.» Nach dem Ablauf der Frist werden die Bewohner die Zivilschutzanlage Weier wieder verlassen und auf verschiedene Gemeinden verteilt. Rolf Züllig geht davon aus, dass Wildhaus-Alt St. Johann bei der Zuteilung durch den Kanton nicht mehr berücksichtigt wird, da man das Kontingent bereits erfüllt habe.

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