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Aktiver Bevölkerungsschutz

Erschienen am: Mi, 11.09.2013 · Erschienen in: Tagblatt

Die Zivilschutzorganisation der Region Uzwil spendet ihre alten Uniformen, damit Menschen in der Ukraine, Russland und Rumänien im Winter nicht frieren. Über 3600 Artikel wurden für die Osteuropahilfe Schweiz bereitgestellt.


UZWIL. Aufgrund der Entscheidung des Schweizerischen Materialforums für Zivilschutzmaterial zur Neuuniformierung des Zivilschutzes, wurde auch die Zivilschutzorganisation der Region Uzwil (ZSO UZE) mit neuen Kleidern ausgestattet. Im Frühjahr 2013 konnte die Mannschaft die neuen Uniformen anprobieren, und bereits am 26. März händigte Kommandant Peter Haag die Kleider den Zivilschutzangehörigen aus. Was mit den alten Uniformen und Lagerbeständen geschehen sollte, wurde im Vorfeld in der ZSO intern diskutiert. Statt wie vorgesehen die grossen Bestände zu vernichten, wurde beschlossen, alternative, sinnvolle Verwendungsmöglichkeiten zu eruieren.

Kleiderspende mit Tücken

Die Suche nach einer Organisation, welche sich als Partner für ein nachhaltiges Hilfsprojekt eignet, stellte sich als tückisch heraus. Während einige grosse Organisationen zwar an der Spende interessiert waren, die Transportkosten aber nicht übernahmen, wollten wieder andere die Uniformbestände recyceln, anstatt sie direkt vor Ort an Bedürftige auszuhändigen.

Nach langer Suche fand sich schliesslich mit dem Hilfswerk Osteuropahilfe Schweiz ein idealer, erfahrener Partner. Gleichzeitig musste sichergestellt werden, dass die Uniformen nicht im Originalzustand mit dem internationalen Schutzzeichen «Zivilschutz» verteilt werden. Dieses dürfen nach Haager Abkommen nur Personen tragen, die sich im Einsatz oder einem Ausbildungsdienst befinden.

Die Osteuropahilfe, mit Sitz in Einsiedeln, zeichnet aus, dass sie vor allem dort tätig ist, wo die Not am grössten ist: in Familien und Kinderheimen, in Schulen, in Gefängnissen, Spitälern und bei alten Menschen, die durch alle sozialen Netze gefallen sind. Dabei unterstützt das Hilfswerk nicht nur die unmittelbar notleidende Bevölkerung, sondern engagiert sich für Projekte, welche Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichen, um damit eine längerfristige Verbesserung der Lebensumstände zu erreichen.

Vier intensive Einsatztage

Aufgrund logistischer Schwierigkeiten verblieb der ZSO UZE nur eine kurze Vorlaufzeit zur Mobilisierung der nötigen Mitarbeiter. Trotz drängendem Zeitplan erklärten sich innerhalb von 48 Stunden genügend ZSO- Angehörige bereit, die Hilfsgüter im Rahmen eines freiwilligen WK abzufertigen. Innerhalb von vier intensiven Einsatztagen, in denen bis zur späten Nachtstunde Kleider sortiert, elektronisch erfasst, zusammengelegt und verpackt wurden, konnten über 3600 Artikel für die Osteuropahilfe bereitgestellt werden. (red.)

 

Kommentar des Kommandanten:

Die Zusammenarbeit mit der Osteuropahilfe zeigt, dass der Zivilschutz nicht nur in der Gemeinde tätig sein muss. Im globalen Dorf stösst echte Hilfe nicht an Landesgrenzen an. Dass sinnvoller Bevölkerungsschutz nicht nur lokal beschränkt sein muss, hat die ZSO UZE in den vergangenen Tagen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Für mich war wichtig, dass die ersetzten Kleider nicht in einer Kehrichtverbrennung oder einer Putzfadenfabrik landen, sondern sinnvoll weiterverwendet werden, deshalb habe ich auch genauestens geprüft, für was sie verwendet werden. Die Osteuropahilfe scheint mir ein zuverlässiger und ehrlicher Partner zu sein.

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